4.–6.9.26

Der unheimliche Patriot

10:45 Uhr
Villa Schoeck, Brunnen
CHF 15.- / 10.-

Der unheimliche Patriot
Neue Quellen aus den Anfängen der Geistigen Landesverteidigung

Referat von Dr. Thomas Zaugg

Der junge Schriftsteller Max Eduard Liehburg wurde Mitte der 1930er Jahre als Apologet eines neuen Zeitalters gehandelt. Liehburgs Weltbild war autoritär. Kürzlich entdeckte Korrespondenz verdeutlicht seine Bewunderung der NS-Ideologie. Wie kam es, dass er in der Schweizer Kulturpolitik der Geistigen Landesverteidigung anfänglich in der Gunst der Förderung zu stehen schien? Spät und nur in «vertraulicher Offenheit» kritisierte man Liehburg in Bundesbern. Dann aber verlor er rasch seinen Nimbus, den er sich weitgehend erschwindelt hatte. Liehburg starb 1962 in Zurückgezogenheit auf der Insel Korfu. Anhand dieser Fallstudie zeigt der Vortrag auf, wie die frühe Geistige Landesverteidigung agierte: zwischen kulturellem und zuweilen provinziellem Föderalismus, mehrdeutigen antiliberalen Weltanschauungen und organisatorischer Überforderung.

In Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich

Visual Othmar Schoeck Festival 2026: Simone F. Baumann

Mitwirkende

Thomas Zaugg

Studien in Philosophie, Allgemeiner Geschichte und Kunstgeschichte, 2020 Promotion in Zürich. Dozent in Luzern und St. Gallen. Publikationen und Forschungen zu politischer Ideengeschichte, Kulturpolitik, Biografietheorien und zum Wandel ökonomischer Konzepte.

Ort

Villa Schoeck
Gütschweg 8
6440 Brunnen